Fido ist ein Netz, das wie das Internet Mails transportieren kann, allerdings ist der größte Unterschied, daß es nur offline ist, d.h. die Mails werden nur zu bestimmten Uhrzeiten weitergegeben. Besonders am Fido-Net: es kann ansich jeder mitmachen, der ein Modem und einen Computer hat, ein PC, Atari, Amiga oder sogar ein C64 langt, wenn man die entsprechende Software hat. :)
Die Adressen im Fido (am Beispiel 2:244/1146.0) sind so aufgebaut:
Ansonsten kann man noch als Hinweis geben, daß über Euren News-Reader auch ein paar (bei weitem nicht alle) Fido-Areas lesbar sind, das sind nämlich die "de.fido.*"-Areas.
Hier nun eine ganz allgemeine Beschreibung des Fido-Netzes mit einigen tiefergehenden Erläuterungen.
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Was ist ein "Point"?
Was ist "FidoNet"?
Warum die Bezeichnung "Point"?
Was ist "Echomail"?
Was ist "Matrix-Mail"?
Welche Hardware ist notig fur ein Point-System?
Welche Software ist notig fur ein Point-System?
"Origin lines" und "SEEN-BY lines"
Wie man Messages schreibt
Wie man Point-User wird
Glossar
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Was ist ein "Point"?
Ein Point-System ist die komfortabelste Moglichkeit, mit einer Fido-
Net-Mailbox Nachrichten und Files auszutauschen. Neue Nachrichten
werden in gepackter Form vom Point bei der Mailbox abgeholt. Sie
konnen jederzeit gelesen werden; offline, in aller Ruhe und ohne die
Telefongebuhren zu strapazieren. Antworten und neue Nachrichten wer-
den mit einem speziellen Editor geschrieben. Dieser Editor bietet
meistens die Moglichkeit, Texte aus anderen Programmen im ASCII-For-
mat zu ubernehmen. Die Nachrichten werden gepackt, wieder an die
Mailbox geschickt, dort in die entsprechenden Nachrichtenbereiche
aufgeteilt und den anderen Online-Anrufern, Points und FidoNet-Mail-
boxen zur Verfugung gestellt.
FidoNet-Mailboxen, die fur Online-Anrufer offen stehen - es
gibt auch sogenannte "Mail Only-Nodes" - reservieren pro Tag eine
bestimmte Zeitspanne, in der sie ausschlieblich fur andere FidoNet-
Systeme erreichbar sind ("National Mailing Hour"). In dieser "Zone
Mailing Hour", wie sie neuerdings genannt wird, werden Online-An-
rufer nicht in die Mailbox gelassen. Point-User sind davon nicht
betroffen, denn ihre Software identifiziert sich beim Verbindungs-
aufbau als FidoNet-System.
Was ist "FidoNet"?
FidoNet ist ein privates, internationales Rechnernetzwerk, das der-
zeit (Marz '90) aus etwas mehr als 5900 Rechnern ("Nodes") besteht.
Im Sommer '84 wurde es vom ehemaligen Apple-Systemprogrammierer Tom
Jennings und einem Freund gegrundet; Fido #1 war auf einem DEC Rain-
bow installiert. Zwei Monate spater war FidoNet bereits auf 60 Rech-
ner angewachsen.
Obwohl die meisten Rechner dieses Verbundes unter dem MS-
DOS-Betriebssystem arbeiten, ist FidoNet nicht ein Synonym fur MS-
DOS-Mailboxen, sondern definiert nur die Art und Weise, wie uber
asynchrone Modems Nachrichten ausgetauscht werden (das "Protokoll")
und die interne Struktur der Nachrichten. FidoNet hat keine profes-
sionelle Ambitionen; es wird ausschlieblich von unbezahlten
Amateuren betrieben.
Ursprunglich gab es ein Grundprinzip im FidoNet, das Tom Jen-
nings allen Teilnehmenden ans Herz gelegt hat:
"Thou shalt not excessively annoy others.
Thou shalt not be too easily annoyed."
[Du sollst andere nicht ubertrieben belastigen.
Du sollst Dich nicht zu schnell belastigt fuhlen.]
Mit zunehmender Ausdehnung von FidoNet wurde der Anteil der
notwendigen administrativen Arbeit immer grober. Fur diese Funktio-
nen werden sogenannte "Coordinators" eingesetzt. Je grober das Netz
wird, umso grober und scheinbar wichtiger wird auch die Anzahl der
Menschen, die ihre ursprunglich rein administrative Tatigkeit zu
machtpolitischen Rankespielen mibbrauchen. Diese Fehlentwicklung hat
FidoNet auch den Spitznamen "Fight-O-Net" eingebracht. Enttauscht
uber diesen Weg haben sich viele FidoNet-Angehorige der ersten
Stunde 1987 in ein alternatives Netzwerk ("AlterNet") zuruckgezogen.
FidoNet ist unterteilt in Zones, Regions, Networks und Nodes.
Eine FidoNet-Zone ist einem Kontinent, eine Region einem Land bzw.
einem Staat und ein Network einem Bundesland oder einem Bezirk
gleichzusetzen. Die kleinste Einheit von FidoNet sind die einzelnen
Rechner, die FidoNet-Nodes. Jeder dieser Nodes hat eine eindeutige
numerische Bezeichnung, eine "Matrix-Adresse". So sehen verschiedene
Matrix-Adressen aus:
1:135/20.0
2:310/1.0
310/2
3:748/56
4:61/12.0
Das allgemeine Format einer FidoNet-Addresse ist Zone:Net-
work/Node.Point. Derzeit sind in der FidoNet-Topologie Zone 1 (USA),
Zone 2 (Europa), Zone 3 (Australien, Hongkong), Zone 4 (Sudamerika)
und Zone 5 (Sudafrika) definiert. Zones bestehen aus Regions, Re-
gions bestehen aus Networks, die von Nodes gebildet werden. Zone-
Nummern sind immer einstellig, Region-Nummern zweistellig, Network-
Nummern in der Regel drei- oder vierstellig. Nodenummern konnen bis
zu funfstellig sein. Ein Node ist normalerweise immer gleichzeitig
"Point Null".
Das volle Adress-Format Zone:Net/Node.Point ist nicht bin-
dend; fehlen in einer FidoNet-Adresse Zone und/oder Point, wird als
Zone jene Zone angenommen, in der der FidoNet-Node lokalisiert ist.
Fehlt die Point-Angabe, wird Point Null unterstellt. Innerhalb Euro-
pas (Zone 2) ist die Adresse 2:507/1.0 identisch mit 507/1.
Die "primare" FidoNet-Adresse enthalt eine drei- oder vier-
stellige Network-Nummer. Ein Node kann unter Umstanden mehr als eine
Adresse haben, z.B. eine zweistellige Region-Nummer. Solche Adressen
werden fur spezielle Verwaltungsaufgaben vergeben und fungieren als
Alias-Adresse ("Aka").
Osterreich ist seit 13. November '87 als Region 31 Bestand-
teil von FidoNet. Die erste osterreichische Mailbox, die den Fido-
Net-Betrieb aufnahm, war "Another Node" (2:31/1.0, betrieben von
Werner Berghofer). In kurzem Abstand kamen die damalige "TGM-Mail-
box" (Sysop: Werner Illsinger), "Files & Database" (Sysop: Thomas
Gaspar) und "Cuckoo's Nest" (Sysop: Werner Schlagnitweit) dazu.
Wesentlichen Anteil an der Aufbauarbeit in Osterreich hatte Rudolf
Stricker, Munchen (2:507/414.0 T-Bus).
Warum die Bezeichnung "Point"?
Die Software eines Point-Systems wird oft in gleicher oder ahnlicher
Form von FidoNet-Mailboxen verwendet. FidoNet-Mailboxen sind in
einer Liste ("nodelist") aufgefuhrt, die wochentlich aktualisiert
wird ("nodediff"). FidoNet-Mailboxen mussen bestimmte Mindestauf-
lagen erfullen, um in die Nodelist aufgenommen zu werden, z.B. Er-
reichbarkeit innerhalb einer bestimmten Zeit, meist Zugang fur On-
line-Anrufer usw. Point-Systeme haben diese Auflagen nicht zu er-
fullen, sie haben nur einen "User" - ihren Betreiber - und sind auch
nicht in der Nodelist enthalten, sondern werden als "Anhangsel"
eines Fido-Nodes gekennzeichnet: 2:310/2.2 bedeutet Point 2 von Node
2 aus Network 310, Europa.
Was ist "Echomail"?
Mailboxen aus verschiedenen Netzwerken nehmen an Nachrichten-Konfe-
renzen zu bestimmten Themen teil. Die Nachrichten eines Sachgebietes
(Nachrichtenbereich, "Area") werden von der Mailbox-Software pake-
tiert, zum Zweck der schnelleren Ubertragung komprimiert und auto-
matisch an die nachsten Nodes geschickt, die an diesem Area teilneh-
men ("geechot"). Damit ist es moglich, z.B. mit Menschen aus mehre-
ren Staaten und unter Umstanden aus verschiedenen Kontinenten elek-
tronisch uber bestimmte Sachgebiete Nachrichten auszutauschen, zu
konferieren. Echomail-Nachrichten sind grundsatzlich offentlich,
d.h. sie konnen von jedem Teilnehmer gelesen werden.
Der Begriff "Echomail" wurde 1986 von Jeff Rush, einem Fido-
Net-Sysop, gepragt. Jeff Rush schrieb die erste fur FidoNet verwend-
bare Echomail-Software.
Was ist "Matrix-Mail"?
Echomail wird breit gestreut und verteilt. Im Gegensatz dazu wird
Matrix-Mail nur zwischen zwei FidoNet-Systemen ausgetauscht und kann
auch privat geschrieben werden, d.h. der Inhalt der Nachricht ist
nur fur Absender, Empfanger und die Betreiber ("Sysops") der Fido-
Net-Mailbox lesbar.
Matrix-Mail wurde fruher "FidoNet-Mail" genannt; nur alte
Fido-Haudegen ("grizzled FidoNet-veterans") gebrauchen diese Be-
zeichnung auch heute noch. Wynn Wagner III, der die FidoNet-Software
der zweiten Generation ("Opus Computer Based Conversation System",
"YooHoo/2U2"-Handshake usw.) wesentlich gepragt hat, ist ein Sympa-
thisant der "Cyberpunk"-Bewegung, die sich vordergrundig durch sar-
kastischen Humor, Vorliebe fur Science Fiction und Max Headroom und
bestimmte aubere Kennzeichen ("mirror shades, nerf bats") zu erken-
nen gibt. Aus ideologischen Grunden lehnte Wynn Wagner III einen Be-
griff wie "network" ab und ersetzte ihn durch "matrix".
Point-Systeme nehmen in der Regel an mehreren Echo-Areas
teil. Sie verlangen die Installation eines bestimmten Nachrichten-
bereiches als "personlichen Briefkasten" des Betreibers: jenes Sub-
directory, in das die Nachrichten gelangen, die via Matrix-Mail nur
an den Point-Betreiber personlich gerichtet sind. Dieses Subdirec-
tory ist nicht gleichzusetzen mit einem Echomail-Area: Echomail-Kon-
ferenzen haben eindeutige Konferenz-Namen, die nichts mit dem physi-
schen Subdirectory-Namen beim Point-System bzw. in der Mailbox zu
tun haben. Ein Area "Matrix" oder "FidoNet-Mail" gibt es nicht; sehr
wohl aber z.B. die Areas "Interuser" oder "Clone".
Welche Hardware ist notig fur ein Point-System?
FidoNet-kompatible Software gibt es fur PC-/MS-DOS-Rechner, Apple
Macintosh-, Commodore Amiga- und Atari-Rechner. Vereinzelt gibt es
auch Installationen auf DEC Vax-Rechnern, Unix-Systemen und Main-
frames. Obwohl es Point-Systeme gibt, die ohne Harddisk auskommen,
sollten doch ungefahr drei oder vier Megabyte fur den geplanten
Point-Betrieb auf einer Harddisk zur Verfugung stehen.
Neue FidoNet-kompatible Software wird primar auf der PC-/MS-
DOS-Plattform entwickelt und ist als erstes immer fur diese Be-
triebssysteme verfugbar. Die komfortabelsten und betriebssichersten
Programme sind in der IBM PC- und Clone-Welt zu finden.
Als Untergrenze fur die Ubertragungsgeschwindigkeit des
Modems sind 1200 Baud anzusehen. Hier gilt: je schneller, desto
besser. Als Standard durfte sich derzeit eine Geschwindigkeit von
2400 Baud etabliert haben, obwohl damit die Teilnahme an groben
Echomail-Konferenzen ("Interuser", "C-Echo", "Pascal") kein Ver-
gnugen ist. Hier sind 9600 Baud und mehr zu empfehlen.
FidoNet-Software arbeitet ausschlieblich mit Modems, die den
weltweiten Standard, den Hayes-AT-Befehlssatz, unterstutzen.
Welche Software ist notig fur ein Point-System?
Die drei Grundfunktionen eines Point-Systems sind die Verbindung mit
der FidoNet-Mailbox, Ent- und Verpacken von Nachrichten und deren
Verwaltung. Diese Funktionen werden von Mailer, Mail-Prozessor und
Editor ubernommen.
Hier ein vereinfachtes Diagramm zum Verdeutlichen des Ab-
laufes und des Zusammenspiels der Software:
+--------------+
| Mailer |
+------+---+---+
+------+---+---+
| Mail +---------+
| Prozessor | |
+------+-------+ |
+------+-------+ +-------+-------+
| Editor | | neue Messages |
+------+-------+ +-------+-------+
+-----------------+
Als Beispiele fur Mailer-Software seien BinkleyTerm oder
FrontDoor genannt. In der MS-DOS-Umgebung ist fur den Betrieb des
Mailers ein bestimmter Low Level-Treiber notwendig, der die hard-
warenahe Steuerung der seriellen Schnittstelle ubernimmt. Solche
Treiber sind als "FOSSIL"-Treiber bekannt. "FOSSIL" steht in diesem
Zusammenhang fur "Fido/Opus/SEAdog Standard Interface Layer". Popu-
lare Treiber in der DOS-Welt sind X00.SYS, BNU.COM oder OPUSCOM.COM.
Wichtigste Aufgabe des Mail-Prozessors ist es, die kompri-
mierten Nachrichten-Pakete, die nach der Verbindung mit der Mailbox
("WaZoo session") im dafur reservierten Subdirectory ("inbound")
gelandet sind, zu entpacken, entsprechend den Konferenznamen ("area
names") in die dafur reservierten Subdirectories zu verteilen
("toss") und die Verweise und Bezuge ("reply links") zwischen Nach-
richten gleichen Betreffs ("Subject:") herzustellen ("maint"). Be-
kannte Mail-Prozessoren in der DOS-Welt sind ConfMail, TosScan und
Qmail. Zum Ver- und Entpacken der Nachrichten benotigt der Mail-Pro-
zessor noch zusatzlich ein entsprechendes Hilfsprogramm ("utility").
Die bekanntesten Programme dieser Art sind "PKpak/PKunpak", "PK-
zip/PKunzip", "Zoo", "Pak" und "LHarc".
Mit dem Editor werden Nachrichten gelesen und geschrieben,
ausgedruckt, im ASCII-Format exportiert und geloscht. Die meisten
Editoren bieten zusatzliche Features wie "Umheben" einer Nachricht
von einem in ein anderes Area ("move"), Weiterleiten einer Nachricht
in ein anderes Area und/oder an einen anderen Teilnehmer ("forward")
und das Aufteilen einer Nachricht an mehrere Teilnehmer ("carbon
copy"). MsgEd, Sirius, OpEd und der FrontDoor-Editor sind die ge-
brauchlichsten Editoren.
Werden neue Messages exportiert, ist die Ablaufreihenfolge
umgekehrt: Subdirectories werden nach neuen Messages durchsucht
("scan"), an die am jeweiligen Echo-Area partizipierenden Nodes
weitergeleitet, komprimiert und im dafur reservierten Subdirectory
("outbound") bereitgestellt. Aufgabe des Mailers ist es jetzt, in
regelmabigen Abstanden zu uberprufen, ob Messages weiterzuleiten
sind und ob zum aktuellen Zeitpunkt ein Anruf erwunscht ist.
"Origin lines" und "SEEN-BY lines"
Beide Begriffe stammen aus der Echomail-Terminologie. Sie bezeichnen
Dinge, die fur das klaglose Funktionieren der Echomail von grober
Bedeutung sind.
Die "origin line" ist so etwas wie eine Visitenkarte des
Point-Systems oder der Mailbox. Anhand der "origin line" ist es mog-
lich, den Ursprung einer Echomail-Message zu identifizieren. Der In-
halt dieser Zeile kann zum Teil vom Point- bzw. Mailbox-Betreiber
selbst beeinflubt werden, andere Elemente sind fix vorgegebener Be-
standteil. Eine "origin line" kann z.B. so aussehen:
--- QM v1.00
* Origin: The exile [no quotes, pleeze] (2:310/2)
Die "origin line" wird entweder vom Editor, vom Mail-Prozes-
sor oder von der BBS-Software nach einer "tear line" (---) am Ende
einer Nachricht angefugt. Meistens ist nach den drei Bindestrichen
("dashes") der "tear line" noch der Name des Mail-Prozessors oder
des Editors vermerkt. Die "origin line" besteht aus " * Origin: ",
dem Namen des Point-Systems bzw. der Mailbox, einem (optionalen)
mehr oder weniger originellen Begleittext, und - getrennt durch
Leerzeichen und Klammern - der FidoNet-Adresse des Systems, von dem
die Message stammt.
"origin lines" sollten nicht langer als insgesamt 70 Zeichen
sein und nur Zeichen aus dem Bereich zwischen 20 hex und 7E hex ent-
halten; also z.B. keine Rechner-spezifischen Umlaute, Grafik- oder
Sonderzeichen.
"SEEN-BY lines" bezeichnen die Adressen der FidoNet-Systeme,
an die diese Nachricht gleichzeitig weitergeschickt wurde. Sie ent-
halten in einer oder mehreren mit "SEEN-BY" beginnenden Zeilen die
numerisch aufsteigend sortierten FidoNet-Adressen jener Systeme, bei
denen diese Message zum Lesen oder zur weiteren Verteilung bereit
steht. Ein Beispiel:
--- QM v1.00
* Origin: The exile [no quotes, pleeze] (2:310/2)
SEEN-BY: 2/231 31/0 310/1 2 3 4 8 9 10 11 12 13 14
SEEN-BY: 313/1 2 316/1 2 507/1
"310/1 2 3" usw. in obigem Beispiel bedeutet, dab im Network
310 die Nodes 1 bis 14 die Message "gesehen" haben. Aus dem Network
313 und 316 haben Node 1 und Node 2 die Message bekommen; im Network
507 Node 1.
Beim Importieren ("toss") von Echomail-Messages wird uber-
pruft, ob die Adresse des importierenden Systems in den "SEEN-BY
lines" enthalten ist. Sie sollte bereits dort stehen, denn beim
Exportieren ("scan") werden die FidoNet-Adressen dieser Systeme
eingefugt, die an jenem Echomail-Area beteiligt sind, aus dem diese
Message stammt.
Die oben gezeigten Origin-Lines sind alle Beispiele fur Mes-
sages aus einem FidoNet-Node. Hier eine korrekte Origin-Line, die
aus einem Point-System stammt:
--- TosScan '286
* Origin: Got'ya (2:310/2.2)
SEEN-BY: 2/231 31/0 310/1 2 3 4 8 9 10 11 12 13 14
SEEN-BY: 313/1 2 316/1 2 507/1
Und hier eine andere Origin-Line eines Point-Systems:
--- FD 2.00
* Origin: Netz/17 is coming (2:9100/4)
SEEN-BY: 2/231 31/0 310/1 2 3 4 8 9 10 11 12 13 14
SEEN-BY: 313/1 2 316/1 2 507/1 9100/4
Das erste Beispiel zeigt, wie eine Point-Adresse in einer
Origin-Line aussieht. Im zweiten Beispiel wird eine mangelhafte In-
stallation der Point-Software sichtbar, und zwar ein Fehler in der
Konfiguration des Mail-Prozessors. Der Grund: Points bekommen eine
"Pseudo-Adresse" innerhalb von FidoNet.
Der Betreiber der FidoNet-Mailbox, die Point-User mit Nach-
richten versorgt, vergibt fur sein privates Pointnetz eine Phanta-
sienummer, die aber auberhalb seines FidoNet-Nodes nicht "sichtbar"
werden darf. Ist die Mail-Prozessor-Software sowohl beim FidoNet-
Node ("bossnode") als auch beim Point-System korrekt installiert,
wird diese Phantasienetznummer unterdruckt. Diese private Point-
netz-Nummer mub deshalb unterdruckt werden, weil nie sichergestellt
ist, dab ein anderer FidoNet-Sysop fur sein privates Pointnetz nicht
die gleiche Netznummer verwendet. Darum ist es normalerweise auch
verpont, dab Point-Systeme Matrix-Mail unter Umgehung ihres Boss-
nodes direkt an den Empfanger-Node senden.
In Osterreich wird ahnlich dem Nodediff-File ein zentrales
"Pointnet" wochentlich aktualisiert und an alle heimischen FidoNet-
Nodes geschickt, die Points unterstutzen. Soferne jeder Sysop dieses
Pointnet in seine Nodelist einbaut, sollten doppelte Pointnet-Num-
mern theoretisch nicht vorkommen und jeder osterreichische Point bei
jedem osterreichischen FidoNet-Node bekannt sein.
Wie man Messages schreibt
Diese Uberschrift mag unnotig erscheinen: kann doch jeder von uns
lesen und schreiben. Ein Blick in die Echomail-Areas zeigt aber, dab
die Kultur des Schreibens von Messages zumindest in Osterreich noch
sehr unterentwickelt ist.
Messages sollten ublicherweise langer als eine oder zwei Zei-
len sein. Auch wenn die tatsachliche Message nur eine Zeile lang
ist, so kostet sie doch 512 bis 2048 Bytes Platz auf dem Speicher-
medium. Ein Gedanke, der in der "Lange" einer Zeile ausdruckbar ist,
bedarf der Uberprufung, ob er wirklich durch diverse an der Echomail
teilnehmende FidoNet-Mailboxen und Point-Systeme verbreitet werden
soll.
Kurze, klare und pragnante Satze schreiben; nicht mit Leer-
zeilen sparen. Es ist eine gute Angewohnheit, pro Absatz nur einen
bestimmten Gedanken zu verfolgen. Unleserliche Nachrichten, mogen
sie auch noch so bemerkenswerten Inhalt haben, werden mit groberem
Widerstreben gelesen als solche, die sich einer klaren, ubersicht-
lichen Form bedienen.
Umlaute und Sonderzeichen vermeiden. Auch wenn PC-/MS-DOS das
Standard-Betriebssystem der heutigen Zeit ist und man der Meinung
ist, dab ohnehin nur unvernunftige Zeitgenossen Rechner mit anderen
Betriebssystemen verwenden: es ist eine grobe Unhoflichkeit, in
Echomail-Areas Umlaute, Sonder- und Grafikzeichen zu schreiben.
Anders ist die Sachlage in Fidomail-Messages: wenn man weib, dab der
Empfanger der Message einen Rechner mit identischem Zeichensatz ver-
wendet, spricht nichts dagegen, alle moglichen Zeichen einzusetzen.
Nicht bis zum aubersten rechten Rand des Bildschirms schrei-
ben; Einstellungen zwischen 66 und 72 verwenden. Seitdem die Verwen-
dung von Editoren gewaltig ansteigt, steigt auch die Anzahl von Ant-
worten ("replies"), die Zitate ("quotes") aus der Original-Message
enthalten. Die wenigsten Leute, die einen Editor verwenden, ver-
schwenden scheinbar auch nur einen Gedanken an die Leser ihrer
Messages. Jede zitierte Zeile sollte am Zeilenende ein "hartes"
Return enthalten, auch wenn es beim eigenen Editor so aussieht, als
wurde sie noch zwischen linken und rechten Rand passen. Der nachste
Leser verwendet unter Umstanden eine andere Spaltenposition fur den
rechten Rand. Hier zwei Beispiele:
> beim Quoten sollte man daran denken, dab der eigene
Editor nicht unbedingt
> das Zentrum der Milchstrabe darstellt.
> beim Quoten sollte man daran denken, dab der eigene
> Editor nicht unbedingt das Zentrum der Milchstrabe
> darstellt.
Welches Zeichen man zur Markierung der zitierten Textes ver-
wendet ist sicherlich Geschmackssache. Ob man dem dezenten ">" den
Vorzug gibt oder sich in C-ahnliche Gebilde wie "F.K.|" verirrt sei
jedem selbst uberlassen.
Zwischen dem Anteil der eigenen Antwort und dem Anteil an zi-
tiertem Text sollte ein gewisses gesundes Verhaltnis bestehen;
sicherlich ist es in den wenigsten Fallen notwendig, die ganze Mes-
sage, auf die sich die Antwort beziehen soll, zu zitieren. Wahr-
scheinlich reicht es aus, zwei oder drei markante Satze in der eige-
nen Antwort zu zitieren. Absolut unnotig ist das komplette Wieder-
holen der Original-Message inklusive Origin- und SEEN-BY-lines und
manch anderer, hinter einem CTRL-A-Zeichen (^A) versteckten Informa-
tionen ("kludges").
Ein weiteres Zeichen von Message-Kultur ist die sinnvolle
Verwendung des "Subject:"-Feldes im Header einer Message. Bei allen
Editoren ist es moglich, im Zuge einer Antwort ein unter Umstanden
nicht glucklich gewahltes "Subject:" zu andern. Wie kommen hunderte
von Lesern dazu, fur Nachrichten Geld und Speicherplatz zu opfern,
bei denen zwischen "Subject:" und dem eigentlichen Inhalt der Mes-
sage wenig oder gar kein Zusammenhang besteht?
Auch gilt es zu bedenken, ob die Message, die man soeben zu
schreiben beabsichtigt, wirklich in diesem Echo-Area angebracht ist.
Nachrichten wie
"Hallo Klaus. Danke fur die Info. Ich konnte gestern
nicht, darum rufe ich Dich morgen an."
sollten als private Message via Matrix-Mail gesandt werden
und nicht als Echomail-Message, die ihren Weg durch einige -zig
Rechner nimmt.
Die besseren Mailbox-Programme verhindern von sich aus, dab
in Echo-Areas private Nachrichten geschrieben werden konnen; anders
die Editoren, die ein Point-System einsetzt. Eine private Message in
einem Echo-Area bereitet dem Sysop der Mailbox zusatzliche Arbeit,
sie wieder zu "ent-privatisieren".
Ein bestimmtes Sachgebiet (ein Echo-Area) sollte nur Nach-
richten enthalten, die tatsachlich zum Thema des jeweiligen Areas
gehoren. Will man dem Schreiber einer Message eine private Antwort
via Matrix-Mail schicken, findet man dessen FidoNet-Adresse in der
Origin-Line seiner Nachricht [siehe S. 10]. Bevor eine Antwort auf
eine Frage geschrieben wird, sollte man sich die Muhe machen, alle
bisher vorhandenen Nachrichten des Areas zu lesen; unter Umstanden
wurde die gestellte Frage schon von jemand anderen beantwortet.
Die meisten Echo-Areas, die uber mehr als ein Land verteilt
werden, sind in englischer Sprache gehalten. Dab in jedem Area die
richtige Sprache verwendet wird, ist genauso Bestandteil der elek-
tronischen Hoflichkeit wie der Verzicht auf Umlaute und nationale
oder rechnerspezifische Sonderzeichen.
Immer wieder entflammende "Diskussionen" ueber Rechtschreib-
fehler oder orthographische Unzulanglichkeiten sind nicht sehr sinn-
voll. Jeder Schreiber einer Nachricht wird sich bestimmt um korrekte
Schreibweise bemuhen und Nachsicht fur andere aufbringen, denen
unter Umstanden Tippfehler passieren. Fur viele Menschen ist Eng-
lisch nicht die Muttersprache; in englischsprachigen Echo-Areas Zu-
rechtweisungen uber die richtige Verwendung englischer Vokabel aus-
zuteilen tragt mit Sicherheit nicht dazu bei, sich bei seinen Ge-
sprachspartnern beliebt zu machen. Meistens sind solche Messages
Ausdruck fur unterschwelligen arger, der fairerweise in direkten
Matrix-Messages offen und ehrlich ausgetragen werden sollte.
Bei gewissen Messages empfiehlt es sich, vor Beantwortung
erst mal besser eine Nacht zu schlafen. Sollte die Wut uber eine
Message nicht zu dampfen sein ist es oft sehr heilsam, eine erbit-
terte, bose, beleidigende und direkte Nachricht ("flame") zu ver-
fassen und sie nach einiger Zeit zu loschen, anstatt sie abzusenden.
Zu bedenken ist, dab harte Worte meistens mehr Probleme schaffen,
als sie losen; auch sollte man versuchen, einer Person nichts ande-
res zu schreiben, als man der gleichen Person in einem Raum mit an-
deren Leuten sagen wurde.
Wie man Point-User wird
Die meisten FidoNet-Mailboxen haben Point-Software zum Down-
load bereit. Sollte das Modem fur die benotigten Programme zu lang-
sam sein, ist sicher jeder FidoNet-Sysop bereit, alle notwendigen
Programme auf Disketten zu kopieren, personlich zu ubergeben oder
per Post ("snail mail") zu senden.
Es ist ohnehin notwendig, mit dem Sysop, bei dessen FidoNet-
Mailbox man beabsichtigt Point zu werden, personlichen Kontakt auf-
zunehmen. Erfahrungsgemab tauchen immer wieder einige Detailfragen
auf, die der Betreiber eines FidoNet-Nodes aufgrund seiner Erfahrung
sicher leicht beantworten kann. Naturgemab ist es nicht sehr sinn-
voll, bei einer Mailbox Point-User zu werden, die bereits sehr viele
Points mit Nachrichten versorgt. Genauso wenig Spab macht es, oft
stundenlang das Besetzt-Zeichen aus dem Modem horen zu mussen, weil
die Mailbox des "bossnodes" bei Online-Anrufern ungemein beliebt
ist.
Beim heutigen Stand der FidoNet-Software ist es beinahe un-
moglich, ohne Englischkenntnisse den Point-Betrieb aufzunehmen. Es
ist kein Problem, die Installation vom Betreiber des zukunftigen
Bossnodes vornehmen zu lassen und damit zu arbeiten. Allerdings ist
man dann im Fall von Fragen und Problemen immer auf die Hilfe Ande-
rer angewiesen und lauft leicht Gefahr, das immer noch gultige
Grundprinzip von FidoNet [siehe S. 3] zu verletzen.
Glossar
2U2 Teil des "YooHoo"-Handshakes, mit dem zwei FidoNet-Systeme
einander identifizieren. Der anrufende Node sendet "YooHoo",
der antwortende Node schickt "2U2" als Bestatigung.
Adresse [FidoNet- oder Matrix-Adresse] eindeutige numerische Kenn-
zeichnung eines FidoNet-Nodes im Format Zone:Net/Node.Point
[siehe S. 3].
aka ["also known as"] eine oder mehrere Alias-FidoNet-Adresse(n)
eines Nodes.
ARC ursprunglich von System Enhancement Association (SEA) ent-
wickeltes Programm zur Kompression und Dekompression von
Files; wurde zum Synonym fur - auch mit Hilfe anderer
Programme - komprimierte Files. Nach einem Rechtsstreit
zwischen SEA und PKware ("PKarc") im Sommer '88 hat ARC an
Sympathie eingebubt und wird derzeit kaum mehr verwendet.
ARCmail Synonym fur komprimierte Nachrichten-Pakete; ist nicht
eindeutig Indikator fur die Benutzung von ARC. Wird neuerdings
als compressed mail bezeichnet.
Areafix Hilfsprogramm, das der Sysop eines FidoNet-Nodes zur auto-
matischen anderung seiner Echomail-Verteilerliste verwenden
kann.
ASCII American Standard Code for Information Interchange. Standar-
disierter 7-Bit-Zeichensatz; definiert die Codierung der Zei-
chen 00 hex bis 1F hex, die Ziffern 0 bis 9, die Buchstaben A
bis Z bzw. a bis f, Interpunktions- und Sonderzeichen [siehe
auch S. 2].
bark file request nach SEAdog-Konvention.
BBS Bulletin Board System; hierzulande auch Mailbox genannt.
BinkleyTerm sehr populares Mailer-Programm fur PC-/MS-DOS. Auto-
ren: Bob Hartman, Vince Perriello und Allan Applegate ("The
Binkley Trio"). Aktuelle Version (Stand: Marz '90): 2.30
bit stream der imaginare Strom, der uns via elektronischer Kommu-
nikation uber alle Grenzen und Kontinente hinweg verbindet
("cu on the bitstream").
bossnode eine Mailbox, die Points mit Nachrichten versorgt.
busy Besetzt-Zeichen des Telefon, wird vom Modem im Klartext an
die Software gemeldet.
carrier Tragerfrequenz des Modems, auf die die zu ubertragenden
Signale moduliert werden.
CBCS Computer Based Conversation System; Bezeichnung von Wynn
Wagner III fur seine Opus-Software.
ConfMail [the conference mail system] Echomail-Prozessor von Bob
Hartman. Features: Import und Export in ARCmail-Form, reply
link, automatisches Loschen und Neunumerieren nach einem
bestimmten Alter der Messages.
connect wird vom Modem an die Software gemeldet, sobald eine Ver-
bindung hergestellt ist.
continuous mail Erreichbarkeit eines Nodes im gesamten Betriebs-
zeitraum. Fido war bis zur Version 11w nur innerhalb bestimm-
ter events fur andere Nodes erreichbar.
cps characters per second; im Zeitalter von High Speed-Modems ist
eine prazisere Angabe der effektiven Ubertragungsgeschwindig-
keit durch cps als durch Angabe der Baudrate moglich.
crash mail dringende Express-Nachricht, die meistens unkomprimiert
direkt, ohne Routing, vom Node des Schreibenden an den Node
des Empfangers geschickt ("gecrasht") wird.
cu lautmalerisch fur "See you", eine ubliche Abschiedsfloskel am
Ende von Messages.
down Auber-Betrieb-Sein eines Nodes.
dox lautmalerisch fur "documentations", die meist jedem Software-
paket beiliegende Gebrauchsanleitung ("read the dox").
efficiency Angabe fur die tatsachlich erreichte Geschwindigkeit
bei Mail- oder File-Transfers. 100% efficiency sind gegeben,
wenn (Baudrate geteilt durch 10) und cps identisch sind.
EMSI verbessertes Verfahren beim Verbindungsaufbau zweier Fido-
Net-Systeme ("Handshake"). Findet derzeit ausschlieblich bei
FrontDoor 1.99c Anwendung.
event Ereignis; in diesem Zusammenhang: geplanter Punkt im tagli-
chen Ablauf der Mailer- oder BBS-Software. Mit Hilfe von
events wird das "Verhalten" der Mailer-Software gesteuert,
z.B. zu welcher Zeit Anrufe durchgefuhrt werden, Online-An-
rufer im BBS erlaubt sind usw.
fake address Pseudo-FidoNet-Adresse, die der sysop des bossnodes
fur sein privates Pointnetz vergibt [siehe S. 11].
Fido im ursprunglichen Sinn: der amerikanische Hunde-Archetyp,
vergleichbar mit dem "Flocki" unserer Breiten. Tom Jennings
verwendet diesen Namen fur seine BBS-Software.
Fido Newsletter seit 1984 wochentlich erscheinende elektronische
Publikation; Forum fur Soft- und Hardware-Angelegenheiten, In-
sider-Humor, philosophische Betrachtungen usw. Wird ab Montag
morgen via FidoNet in den USA verteilt; ist ublicherweise
Dienstag oder Mittwoch in den FidoNet-Mailboxen verfugbar.
file attach "Beilage" einer FidoNet-Message in Form eines Files.
file attaches sind nur bei Matrix-Messages moglich, die direkt
(nicht geroutet) an den Bestimmungs-Node gesandt werden.
FOSSIL Fido/Opus/SEAdog Standard Interface Layer. Einheitliches
Software-Interface, uber das PC-/MS-DOS-FidoNet-Programme die
serielle Schnittstelle ansprechen [S. 8]
FrontDoor DOS-Mailer-Software neuartiger Konzeption. Autor:
Joaquim Homrighausen. Derzeitige Version: 1.99c.
hold Nachrichten und Files, die fur ein anderes FidoNet-System
bestimmt sind, werden nicht weitergeschickt, sondern bis zum
nachsten Anruf des Empfangers bereitgehalten. Sie stehen im
Hold-Status im Outbound-Subdirectory des Senders.
host [zeroth node] zentraler Node eines Networks, erkenntlich an
der Nodenummer 0 (z.B. 507/0). Aufgabe des Host-Nodes ist es
unter anderem, Nachrichten weiterzuleiten, die aus seinem Net-
work stammen oder fur Nodes aus seinem Network bestimmt sind.
In der Kombination FidoNet-Node und Point ubt der bossnode
Host-Funktion aus.
HST Jargon-Kurzel fur das USRobotics Courier HST-Modem. HST: High
Speed Technology, hersteller-eigene Bezeichnung fur Modems mit
Ubertragungsgeschwindigkeiten von 9600 Baud und mehr. Stan-
dard-9600-Baud-Modem im FidoNet.
ic lautmalerisch fur "I see", "ich verstehe".
IFNA International Fido Network Association. Administrative Dach-
organisation von FidoNet mit Sitz in Honolulu und St. Louis.
kludge Informationen, die von manchen FidoNet-Programmen benotigt
werden, sind hinter CTRL-A-Zeichen (^A) direkt im Text der
Nachricht versteckt. Diese kludges wurden eingefuhrt, weil
bestimmte Attribute im ursprunglichen Entwurf der FidoNet-
Message-Struktur nicht vorgesehen waren [siehe S. 14].
LoTek low tech [Wynn Wagner III]. Bei Fido und einigen anderen
BBS-Programmen mubte der Anrufer einige Male "Return" senden
("LoTek whack"), um dem BBS die Feststellung der aktuellen
Baudrate zu ermoglichen. "Who's LoTek? - Not us, boss!" [aus
der Opus-Dokumentation].
magic filename symbolischer Filename, der den request nach einen
oder mehreren bestimmten Files erlaubt, ohne dab der Node bzw.
Point, der den file request absetzt, den exakten Filenamen
kennen mub (ublich z.B. fur Files wie "Nodediff", "Nodelist",
"Newsletter").
mail only Betriebsmodus eines Mailers bzw. einer BBS-Software, in
der nur Anrufe von anderen FidoNet-Systemen beantwortet werden
(ZMH). Online-Anrufer werden in diesem Betriebsmodus hoflich
aber bestimmt zuruckgewiesen [siehe auch S. 2].
mailer siehe S. 8
matrix von Wynn Wagner III eingefuhrte Alternativ-Bezeichnung fur
FidoNet, Netzwerk im allgemeinen [siehe S. 6].
message header fixer Bestandteil einer FidoNet-Message. Enthalt
die Felder "From:", "To:", "Subject:", Datum, Uhrzeit, Origin-
und Destination-Node und diverse Attribute (private, kill/
sent, recv'd, in transit, crash, hold etc.)
message thread Kette von sinngemab zusammengehorenden Nachrichten
mit gemeinsamen Thema oder "Subject:"-Feld ("this is a reply
to #23", "see #50", "part of a conversation" usw.)
mirror shades verspiegelte Sonnenbrillen; siehe auch nerf bat und
S. 6.
nerf bat nerf: schaumgummiartiges Material; bat: Baseball-Schla-
ger. Nach Wynn Wagner III zusammen mit mirror shades verbind-
licher Bestandteil der Ausrustung eines Opus-Sysops [siehe
S. 6].
NMH siehe ZMH und S. 2
node Knoten eines Netzwerks, eine einzelne FidoNet-Mailbox. Klein-
ster Bestandteil von FidoNet.
nodediff Textfile, der spezielle Steueranweisungen fur ein Edi-
tier-Programm enthalt. Dieses Programm aktualisiert wochent-
lich mit Hilfe der Nodediff-Files die Nodelist. Wird ab Frei-
tag nachmittag in komprimierter Form an die FidoNet-Nodes
verteilt. Die Extension der Nodediff-Files besteht aus ".A"
und zwei Zahlen, mit denen die Woche bezeichnet wird, fur die
der jeweilige Nodediff-File gultig ist.
nodelist [St. Louis-nodelist] Gesamtverzeichnis aller FidoNet-
Nodes der ganzen Welt. Mub normalerweise mit einem speziellen
Nodelist-Compiler in ein binares Format gebracht werden, das
die Mailer-Software verarbeiten kann.
off topic Echomail-Message, die im entsprechenden Message-Area
fehl am Platz ist [siehe S. 14].
Ommm Opus Matrix Message Masher; dient zum Routing von komprimier-
ten Message-Paketen.
Opus BBS-Software fur PC-/MS-DOS. In der Urversion seit 1986 ver-
fugbar; wurde von vielen irrtumlich als "Fido-Clone" mibver-
standen. Derzeit aktuelle Version: 1.10. Wurde ursprunglich
von Wynn Wagner III geschrieben. Opus 1.03a brachte durch
einen Fehler in der internen Datumsberechnung Ende Februar/
Anfang Marz '88 einen Grobteil von FidoNet fur drei Tage zum
Stillstand.
plop plotzliche Unterbrechung einer Modem-Verbindung; meistens be-
dingt durch Leitungsstorungen oder Software-Probleme. Moderne
Mailer-Software kann nach einem unterbrochenen File-Transfer
an der Abbruchstelle wieder "aufsetzen" und den verbleibenden
Rest der noch zu ubertragenden Files senden.
Pointnet Liste aller osterreichischen Points im Nodelist-Format.
Wird von 2:310/11.0 verwaltet und wochentlich in der Nacht von
Donnerstag auf Freitag an die meisten osterreichischen Nodes
verteilt [siehe S. 12].
poll Anruf, der von einem FidoNet-System getatigt wird, auch wenn
momentan keine Nachrichten oder Files zu senden sind. Ub-
licherweise "pollt" der Point den Bossnode in regelmabigen Ab-
standen, um fur ihn bereitliegende neue Nachrichten abzuholen.
Bei automatisch ("unattended") arbeitenden FidoNet-Systemen
werden polls zu bestimmten Zeitpunkten meistens uber events
gesteuert.
QuickBBS-Message-Format vom QuickBBS-Schopfer Adam Hudson entwor-
fenes, datenbank-ahnliches Message-Format. Vorteile: wesent-
lich rascherer Zugriff auf einzelne Messages; wirtschaft-
licherer Umgang mit dem Harddisk-Speicherplatz. Gegensatz:
original *.MSG-Message-Format (Tom Jennings): jede Message
wird als einzelner DOS-File abgespeichert.
quote Antwort auf eine bestimmte Message, die einen Teil der Ori-
ginal-Message in zitierter Form enthalt. "Quote lines" sind
meistens durch das Zeichen ">" am Zeilenbeginn gekennzeichnet
[siehe S. 13].
reply link Wiederherstellen der Verweise und Bezuge innerhalb
eines Message-Areas; wird vom Mail-Prozessor meistens unmit-
telbar nach dem Importieren ("toss") neuer Echomail-Messages
durchgefuhrt. Erkenntlich an Anmerkungen wie "this is a reply
to #23", "see #50", "part of a conversation" usw., die im
Message Header bzw. am Ende der Message eingefugt werden.
request [file request] Anfordern bestimmter Files von einem ande-
ren FidoNet-System. Gegensatz: manueller Download im FidoNet-
BBS.
routing Festlegung des Weges, den Nachrichten von einem FidoNet-
System auf den Weg in ein anderes FidoNet-System nehmen. Ub-
licherweise werden Nachrichten an einen Node eines Netzwerkes
an dessen host geschickt, der sie dann innerhalb seines Netzes
weiterleitet. Kriterien fur routing sind z.B. Baudraten, Tele-
fonkosten usw.
RTFM read the fucking manual; Standardantwort auf eine Frage, die
durch Lesen der Programm-Dokumentation zu beantworten ist.
SEAdog Mailer-Software von System Enhancements Association; erstes
continuous mail-fahiges FidoNet-Paket.
SEAlink von System Enhancements Association modifizierte XModem-
Version.
snail mail ["Schneckenpost"] Jargonbezeichnung fur eine Zusendung
auf dem normalen Postweg.
sysop Betreiber einer Mailbox im allgemeinen, hier: eines Fido-
Net-Systems (BBS oder Point).
user Online-Anrufer eines BBS. Als Wortspiel in Anlehnung an
"looser" oft auch als "luser" bezeichnet.
vierdimensionale Adresse vollstandige FidoNet-Adresse im Format
Zone:Net/Node.Point. Gegensatz: fake address ("fake" deshalb,
weil fur Point-Systeme eine Pseudo-Netznummer vergeben wird).
WaZoo [WaZoo session] "Warp Zillion Opus Overdrive"; Bezeichnung
fur eine Verbindung zweier FidoNet-Systeme nach Opus-Stil.
XModem sehr weit verbreitetes File Transfer-Protokoll von Ward
Christiansen.
YooHoo wird vom anrufenden FidoNet-System als Beginn des Hand-
shakes gesendet. Das angerufene System antwortet mit "2U2".
ZedZap Wynn Wagner III-eigene Bezeichnung fur eine WaZoo-Session,
in der mit ZModem-Protokoll ARCmail und Files ausgetauscht
werden.
ZMH Zone Mailing Hour; fruher: National Mailing Hour (NMH). Zeit-
spanne in der Nacht, in der FidoNet-Systeme nicht fur Online-
Anrufer erreichbar sind, sondern ausschlieblich untereinander
Nachrichten austauschen. In Europa: 3:30 Uhr bis 4:30 Uhr;
wahrend der Sommerzeit eine Stunde spater [siehe S. 2].
ZModem sehr leistungsfahiges und effizientes File Transfer-Proto-
koll von Chuck Forsberg (Omen Technologies). Durch plop unter-
brochene ZModem-Transfers konnen an der "Bruchstelle" ohne
Datenverlust bei neuerlichem Anruf fortgesetzt werden. Wurde
erstmals von Wynn Wagner III in der Opus-Software verwendet.
ZOOmail Nachrichtenpakete, die mit dem Komprimierprogramm "Zoo"
[siehe S. 8] gepackt wurden.
zonegate FidoNet-Node, der zentral alle Matrix-Messages einer
FidoNet-Zone mit dem zonegate einer anderen FidoNet-Zone aus-
tauscht.