Wie man schnell merkt, treten diese Interferenzerscheinungen aber nicht immer
auf. Woran liegt das ? Um Interferenz zu erzeugen ist nicht nur die räumliche,
sondern auch die zeitliche Kohärenz der beiden Wellenteile, die im Schirm
zusammentreffen sollen, notwendig. Die Wellenzüge, die von der Leuchtdiode oder
der Glühbirne ausgesandt werden, sind sehr kurz. Das führt dazu, daß Interferenz
hier nur mit einem sehr kleinen Distanzunterschied bei den Spiegeln erzeugt
werden kann, weil sonst der eine Wellenteil den Schirm schon erreicht hat und
dort einen Leuchtpunkt hinterläßt, während der andere noch auf dem Weg dorthin
ist. Beim Laser tritt dieses Problem in den Dimensionen unseres Versuchs
aufgrund seiner sehr großen räumlichen wie zeitlichen Kohärenz nicht auf.
Die Weißlichtposition bezeichnet die Position, an der der
Phasenunterschied der Wellen null wird, oder anders: beide Spiegel dieselbe
Distanz zum Strahlteiler haben (
). Der Bereich des Distanzunterschiedes
, in dem Interferenz stattfindet, ist jedoch größer. Der maximale
Gangunterschied, den zwei Wellen haben dürfen, um noch interferieren zu können,
wird Kohärenzlänge genannt. Diese Grenze ist zweimal zu finden: einmal, wenn der
bewegliche Spiegel zu nah, und einmal wenn er zu weit entfernt steht. Die
Weißlichtposition befindet sich dann genau in der Mitte. Die Größe des
Bereiches, in dem sich
bewegen darf, gibt auch die Kohärenzlänge
.
Denn die Kohärenzlänge ist genau das doppelte des Abstandes
(s.o.) und im
gesamten Bereich ist die Kohärenzlänge auch genau zweimal drin.